Pham Thi Doan Thanh
Die Künstlerin Pham Thi Doan Thanh

Pham Thi Doan Thanh

Malerei ist immer ein Ausdruck der eigenen Gefühle und des gesellschaftlichen Umfeldes. Die Erfahrungen des Krieges: - Schmerz, Trauer und Wut - führten nicht zu plakativer Propaganda, sondern zu einer tiefen Sehnsucht, dem Wunsch nach Frieden und Idyll. Wenn Sie die Gesichter der Menschen betrachten, bitte ich Sie, hinter den scheinbar ruhigen Gesichtern und der Idylle das erlittene Leid und die Sorge um Ehemänner, Kinder und Verwandte im Krieg zu sehen.

Ich möchte nun meine Bilder vorstellen. Die Seidenmalerei wurde sehr stark von meinem Lehrer und Freund Nguyen Phan Chanh beeinflusst und gefördert. Der Meister der Seidenmalerei konnte seinen Ruhm, besonders auch im Ausland, leider nicht mehr erleben. Er starb 1984. Im Gegensatz zur chinesischen Seidenmalerei sind die Linien in Vietnam weicher und fließender, mit pastellartigen Übergängen. Die Seide wird nach einem Rezept meines Lehrmeisters mit natürlichen Mitteln vorbehandelt und fixiert, - also ohne die in Europa übliche Chemie. Während meiner Ausbildung und späteren Arbeit als künstlerische Leiterin zweier Zeitungen habe ich viele Reisen auf das Land und zu den Bergvölkern im Norden unternommen, da die dörflichen Gemeinschaften in Vietnam eine Grundlage des Staates bilden. Viele der bedeutenden Persönlichkeiten Vietnams entstammen dörflicher Gemeinschaften. Auf diesen Reisen sind viele der gezeigten Aquarelle entstanden. Sie zeigen einfache, aber sehr stolze und willensstarke Menschen. Die Holzschnitte führen die Technik der „Dong-Ho“ Bilder weiter. Dabei wird für die Farben und die schwarzen Trennlinien jeweils eine Druckplatte erzeugt. Gedruckt wird mit Hand auf Bambuspapier, das mit einer farbigen Grundierung aus Muschelkalk behandelt wurde.

Ich lade Sie nun ein, die Bilder auf sich wirken zu lassen und freue mich auch über jede Frage, Anregung und Kritik, da Malerei immer vom Dialog Künstler und Publikum lebt.